Narrenlob und Sturm auf die Mombacher Verwaltung

Von Gerd Plachetka                   

Die ersten noch eher verhaltenen närrischen „Scharmützel“ zum Jahresbeginn auf den städtischen Straßen sind vollbracht und auf der Mombacher Narrenbühne hat der „CCM die Eulenspiegel“ die örtliche Saalfastnacht eröffnet.

Da lädt Gemeindepfarrer Gottfried Keindl – gleichzeitig Hausherr von Hl. Herz Jesu – alle Fastnachter zum traditionellen Narrenlob in seine Kirche ein. Es ist quasi die närrische Mobilmachung mit einer durchaus ernst gemeinten besinnlichen Komponente. Für das farbenfrohe Bild sorgten einmal mehr die Mombacher Abordnungen der Bohnebeitel, der Prinzen- und Maletengarde, der Meenzer Herzcher, der Eulenspiegel, der Bohnegard und vieler befreundeter Korporationen aus dem gesamten Stadtgebiet, die unter den Klängen des Narrhallamarschs dirigiert von Marco Herold den Altarraum eingenommen hatten.

Keindls närrischer Mitbruder Pfr. Norbert Pfaff erschien dann als vierter der Hl. Drei Könige. Mit seinen Gaben – „do rappelt de Handkäs in der Bix“ – hatte er einen weiten Weg aus dem heiligen Land über Eilat und Jerusalem auf sich genommen und ließ nun im Versmaß seinen „Stern über Mombach“ erstrahlen: wunderschöner Kokolores.

Ebenso glänzend wurde aus den Händen von Bohnebeitelchef Heinz Meller das goldfarbene Figürchen der „Fraa Bohnebeitel“ für die Standartenspitze an Uwe Ferger überreicht. „Möge die närrische Achse Bohnebeitel und Bohnegard alle Zeit funktionieren“, ergänzte Meller. Der Mombacher Bohnecorps „Die Bohnegard“ e.V. – erst 2015 gegründet und bereits 80 Mitglieder zählend – erhielt nun mit feierlicher Enthüllung und Segnung der Fahne durch Gottfried Keindl das offizielle Zeichen der Gemeinschaft. Trom-Peter Kossok spielte begleitend „il silenzio“ während die Bohnegard und ihr Chef Ferger den Fahneneid sprachen.

Der Chor Mystic sang im „Schatten des Doms“ und Christian & Finnya Bartmann von den Schwarzen Husaren verlasen die Fürbitten für die närrischen Tage. Nach dem Segen und besinnlichen Innehalten zog der Tross zur Mombacher Verwaltung.

Um 11.11 Uhr war das süße Nichtstun in den Amtsstuben um Ortschefin Eleonore Lossen-Geissler, die sich Hilfe von OB Michael Ebling geholte hatte vorüber. Ansgar Klein (CCM) hatte das möglich gemacht: „Ele rück die Schlüssel raus, die Narre wern heit Herr im Haus“. Schnell waren die profanen Würdenträger in Ketten gelegt und die fastnachtliche Kontrolle über Aurea Moguntia Mumbaticum konnte vollzogen werden.