Mombacher Seelebeitel Gottfried Keindl feiert 40jähriges Priesterjubiläum just am Rosenmontag

Foto Gerd Plachetka: Pfarrer Gottfried Keindl eingerahmt vom Schwarzen Husar Christian Bartmann (links) und Christian Kanka von der Bohngard (rechts)

Von Gerd Plachetka

Fügungen, Zufälle oder gar „Wunder“ gab es einige im Leben des Gottfried Keindl, von denen der Pfarrer der kath. Gemeinden für Mombach und Budenheim während seines Jubiläumsgottesdienstes in der Herz-Jesu Kirche erzählte. Deshalb sei es durchaus nicht verwunderlich, dass sein 40jähriges Priesterjubiläum zeitgleich mit dem diesjährigen Rosenmontag einherging – wie von einer überirdischen Stelle göttlich verfügt. Die Affinität zur Fastnacht als „Seelebeitel“ und Vize der Mombacher Bohnebeitel ist hinlänglich bekannt. Seine Geschichte mit Gott – als 11. Spross der Familie – aber begann bereits 1949 in der schwierigen Schwangerschaft seiner Mutter. Alle Beteiligten glaubten an diesem Sonntag im Januar an eine Totgeburt und hatten den kleinen Gottfried bereits aufgegeben zur Seite gelegt. Bis auf Anraten seiner Mutter eine Krankenschwester ihn bei den Füßen packte, ihm gehörig den Po versohlte und er zu schreien begann. Sie hatte ihm quasi das Leben eingehaucht und diese Freude wollte er von nun an in großer Dankbarkeit an andere Menschen weiter geben. Seine von Franziskanern begleitete humanistische Internatszeit weckten in ihm sein Interesse an Psychologie und Theologie. Die in Körper, Geist und Seele eingeschränkten Menschen zu begleiten wird für ihn lebensbestimmend. Sein Weg durch das Priesterseminar in Mainz und Innsbruck blieben durch einige weltlichen Verlockungen nicht immer frei von Fluchtgedanken. Doch seine leibliche Schwester Barbara – er nennt sie eine gebetsstarke Frau – brachte ihn stets zurück in die Spur. Diakon wurde Gottfried Keindl im November 1977 im Deutschorden und am 12. Februar 1978 in Fulda zum Priester geweiht. Seine Stationen: Kaplan in Hanau, Militärpfarrer in Frankenberg, Prior in Frankfurt und seit 2004 Pfarradministrator in Mombach. Klar mit dem Auftrag durch Fusion eine Zentralisierung der Kernaufgaben der Mombacher Kirchengemeinden zu erreichen.

„Zwei Seelen schlagen ach! in meiner Brust“, heißt´s in Goethes Faust und könnte auch so ein wenig das Lebensmotto von Gottfried Keindl sein. Denn es ist für ihn ganz selbstverständlich, dass er mit seinen Bohnebeiteln zunächst am Rosenmontagsumzug auf dem Wagen durch die närrischen Mainzer Straßen zog um am späteren Nachmittag im kirchlichen Zuhause seinem Jubiläum nachzugehen. Bohnebeitel-Zugmarschall Torsten Albert hatte bei der MCV-Zugführung interveniert und seine Fastnachter mit Zugnummer 53 früh im Zug angesiedelt. So wurde der Freiraum für die klerikalen Feierlichkeiten geschaffen. Die Beliebtheit ihres Gemeindepfarrers drückte sich in einer überfüllten Herz-Jesu Kirche aus, die vom Chor Mystic unter Leitung von Brigitte Wolter musikalisch mitgestaltet wurde und natürlich mit einer vierhändig gespielten Orgelvariation des „Narrhalla-Marschs“ von Frank Golischewski und Franz-Jürgen Dieter endete. Und da gehörte es für Keindl ebenso dazu seine Gemeinde anschließend zu einem rauschenden Fest einzuladen.