Orden des Ministerpräsidenten an Heinz Meller
Es gibt wohl keinen besonderen Fastnachtsorden und kaum eine närrische Ehrung, die Heinz Meller noch nicht sein Eigen nennen kann. Zuletzt hat er beim Ordensfest seiner Bohnebeitel von der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval mit der „Schwarzen Eule“ nochmals eine bedeutende Auszeichnung erhalten. Meller ist Vereinspräsident, Sitzungspräsident, Dichter und Denker seines MCV 1886 „Die Bohnebeitel“ e.V. Dazu steht er seit bereits 5 x 11 Jahren auf der Bühne. Diese herausragenden Verdienste um das närrische Mombacher Brauchtum, die Meenzer Fastnacht und seinen Club würdigte nun Alexander Schweitzer während der Bohnebeitel-Sitzung „Mumbach, Mumbach täterä mit der persönlichen Verleihung des närrischen Ordens des Ministerpräsidenten. Der Geehrte zeigte sich sichtlich ergriffen. Die Redaktion nutzte nach der Mombacher Traditionssitzung die Gelegenheit ihm einige Fragen zu stellen.
herr Meller, was ging ihnen spontan durch den kopf als ihnen diese überraschende ehrung zuteilwurde?
Ja, obwohl einige Aktive unserer Bohnebeitelfamilie das im Vorfeld wussten hat sich die Information zu mir nicht durchgestochen. Deshalb war ich tatsächlich emotional gerührt als der Ministerpräsident mir diese hohe Auszeichnung mit seinen anerkennenden Worten überreichte.
ist der vollblutfastnachter mit diesem bedeutenden orden nun auf dem närrischen olymp angekommen?
Ich habe nicht im Traum daran gedacht, dass man mich mit dieser Auszeichnung quasi für mein närrisches Lebenswerk ehrt. Ruhm und Ehre in der Öffentlichkeit ist eher nicht so meins. Da bin ich trotz meiner stetigen Präsenz in der Szene doch eher bescheiden.
Als "Scho Mumm" und ehemann der fraa bohnebeitel stehen sie aktuell wieder auf der bühne. es macht ihnen noch immer sichtlich große freude spaß zu verbreiten?
Ja, ich versuche in meinen Kokoloresvorträgen auch immer etwas politische Satire mitzunehmen. Und da kann man durchaus auch einmal richtig die ein oder andere Spitze raushauen.
Noch mal ein blick zurück auf die Fastnacht der bohnebeitel?
Als ich mit 15 Jahren erstmals auf der Bohnebeitelbühne stand, da saßen die Damen noch im kleinen Schwarzen und die Männer in dunklen Anzügen mit Fliege im Publikum. Und wenn Mombach mit Schier und Koch – um nur zwei zu nennen – guten Meenzer Kokolores und Gesellschaftskritisches präsentierten, da hörte man im Saal die Nadel fallen. Unser gesunder Mix hat damals schon zehn Sitzungen gefüllt. Das hat uns bekannt und beliebt und seit 1998 auch das Fernsehen auf uns aufmerksam gemacht. Seither überträgt der SWR ohne Unterbrechung unsere Sitzung mit hohen Einschaltquoten.
wie erleben sie die veränderungen in der meenzer fastnacht?
Wir versuchen im Verein verstärkt junge Menschen für die Fastnacht zu begeistern. Ich denke das gelingt uns auch mit jungen frischen Gesichtern, die bei uns auf der Bühne stehen. Daran arbeite ich das ganze Jahr auch außerhalb der fünften Jahreszeit. Und das wunderbare Bohnebeitelteam um unsere Maria Metzger in der Geschäftsstelle unterstützen mich dabei.
was würden sie einem neumainzer empfehlen, der noch nicht zur fastnacht gefunden hat?
Einfach einmal unsere
Bohnebeitel-Sitzung besuchen. Dann wird recht schnell der Funke überspringen.
So habe ich es schon mit vielen Menschen praktiziert, die am Anfang noch eher
zögerlich waren und sich dann auf das närrische Spektakel eingelassen haben.
Das Gespräch führte Gerd
Plachetka
Foto Peter Kossok