Hilde Bachmann & Frank Golischewski

Hilde bachmann & Frank Golischewski machen ein Jahr bühnenpause

Wer bei der ersten Sitzung des MCV „Die Bohnebeitel“ 1886 e.V. am 3. Januar anwesend war, der konnte Hildegard Bachmann und Frank Golischewski noch auf der Bühne erleben. Im zweiten Teil nach der Halbzeit standen beide mit ihrem neuen Kampagnenprogramm: „Der Schöne und das Biest“ noch auf der närrischen Rostra in der Sporthalle des Mombacher Turnvereins. Bekannt und beliebt seit vielen Jahren ist das selbst ernannte „Duo Fatal“ in den unterschiedlichsten Rollen. Frank Golischewski übernimmt dabei den instrumentalen Part. Stets präsent im schwarzen Frack und pinkfarbiger Zottelperücke am Klavier und mit witzigen Kommentaren. Ihm gegenüber Hildegard Bachmann, die unter anderem als herrlich-skurrile Zarah Leanders Inhalte etwas anders wiedergibt. So macht sie aus dem bekannten Lied des UFA-Stars: „Kann denn Liebe Sünde sein“ ein „Kann denn Schlemmen Sünde sein“. So entstehen durch das witzige hin und her Geplänkel teilweise urkomische Situationen. Für diese lustigen Dialoge liebt sie das Publikum.   

Hilde Bachmann und Frank Golischewski bei den Bohnebeitel

„Doch in diesem Jahr ist unser Bühnenauftritt nicht so gut angekommen“, erzählt Bachmann. Wir haben gespürt, dass der Funke irgendwie auf unser Publikum im Saal nicht übergesprungen ist. „Dabei hatte ich mir bei der Kostümierung noch ein recht aufwändiges Outfit ausgedacht: Ein ausladender Reifrock und auf dem Kopf eine überdimensionierte Kaffeekanne“, schildert Bachmann. Es sollte authentisch der Märchenfigur des Walt Disney-Musicals „Die Schöne und das Biest“ nachempfunden sein. Warum es am Ende nicht funktioniert hat, dafür gebe es viele Gründe. Viele Menschen konnten vielleicht mit dem Mitte der Neunziger-Jahre erfolgreich gefeierten Musical heute nicht mehr viel anfangen. „Dann kam dazu, dass Frank und ich wegen vielerlei anderer Termine erst sehr spät mit unseren Proben begonnen haben. Einen Solovortrag kann man noch kurzfristig anpassen und proben, aber bei uns müssen die Übergänge stimmen. Denn daraus ergeben sich die lustigen Pointen“, erklärt Bachmann.

„Es kam zeitlich wirklich neben unseren krankheitsbedingten Auszeiten Vieles zusammen“, bestätigt Frank Golischweski. „Vor Weihnachten hatten wir noch vier Veranstaltungen im Mainzer Unterhaus unserer Best-Of-Shows mit Ausschnitten aus Musicals und den Produktionen „Gutenberg“, „Feucht & Fröhlich“, „Frisch & Munter“ oder die „Rheingoldtöchter“. Zumal bei den Mitwirkenden viele wegen Krankheit absagen und ich immer wieder umschreiben und selbst einspringen musste. Das gleiche Unterhaus-Programm mit allen Protagonisten und insgesamt 1.700 Zuschauern haben wir dann auch noch in Trossingen aufgeführt. Mit Margit Sponheimer, Frank Lehmann, Norbert Roth, Ulrike Neradt, Helmut Markword um nur einige zu nennen, hatten wir einen Riesenerfolg. Also, es kam die Kampagne einfach zu früh für uns. Und ein Jahr Pause tut uns auch mal gut“, sagt Golischewski. 

Auch Bohnebeitel-Präsident Heinz Meller habe schon mal auf seinen Solovortrag verzichtet, wenn er spürt sein Programm komme nicht so an. Dafür erhalten andere Aktive die Gelegenheit. Gerade auch vor dem Hintergrund den Jüngeren die Bühnenchance zu ermöglichen. Meller ist sich sicher, dass das Duo Fatal in der nächsten Kampagne wieder die Menschen erfreuen wird. Hildegard Bachmann könne man ohnehin das ganze Jahr über mit ihren Mundart-Lesungen erleben und auch Frank Golischewski bleibe weiterhin bühnenpräsent.

Von Gerd Plachetka